Ich bin traurig. Sicherlich hat jeder Mensch auf der Welt diesen Satz bereits gesagt. Schließlich gehört die Trauer, neben Angst, Wut und Ärger, zu den elementarsten Gefühlen des Menschen.

Doch so alltäglich das Gefühl der Traurigkeit auch sein mag, so unterschiedlich können die Gründe und Ursachen dafür sein. Denn gerade bei der Traurigkeit fällt es vielen Menschen oft schwer, die Ursache dahinter zu erkennen. Sie berichten häufig davon, dass sie grundlos weinen, oder traurig ohne Grund sind. Und das kann eine ziemlich große Belastung sein, da sie nicht wissen, wo sie zur Überwindung der Traurigkeit, ansetzen sollen.

Obwohl ich dir in diesem Beitrag eine hilfreiche Technik vorstellen werde, wie du ohne Hilfe eines Therapeuten, die Gründe für deine Traurigkeit entdecken kannst, soll es darin mehr über die Sachen gehen, die du unbedingt vermeiden solltest, wenn du traurig bist. Denn aus einer normalen Trauer, können durch einen falschen Umgang, viele schwerwiegende Probleme entstehen.

Was sind also die Sachen, die du unbedingt vermeiden solltest, wenn du traurig bist?

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Ich bin traurig: Das Schlimmste, was du bei Traurigkeit tun kannst

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Klar ist, dass die Traurigkeit kein beliebtes Gefühl ist. Wer möchte denn schon freiwillig traurig sein? Dennoch kommt es unweigerlich vor, dass du hin und wieder dieses Gefühl empfindest. Und hier fängt der falsche Umgang mit der Traurigkeit an.

Wenn wir Menschen etwas Negatives empfinden, dann ist der erste Impuls immer, dass wir es loswerden wollen. So schnell wie möglich. Wenn du also Trauer empfindest, dann ist dein erster Impuls immer, die Trauer in irgendeiner Form loszuwerden.

Das ist verständlich. Und in vielen Aspekten des Lebens gut. Doch wenn es um den Bereich der Gefühle geht, funktioniert diese Strategie nicht, beziehungsweise verschlimmert nur das Gefühl. Wieso?

Das kannst du dir sehr gut mit einer Metapher vorstellen. Sicherlich kennst du den Juckreiz bei verheilenden Wunden. Wenn sich Schorf über der Verletzung bildet, dann spürst du oft einen starken Juckreiz.

Und der erste Impuls, den du in diesem Moment verspürst, ist, dass du die Wunde kratzen möchtest. Es gibt da etwas, das unangenehm ist und damit es aufhört, möchtest du die Wunde kratzen.

Doch sicherlich weißt du auch, dass sich die Wunde durch das Kratzen nur verschlimmert und sich der Heilungsprozess unnötig in die Länge zieht.

Und ähnlich spielt es sich auch mit deiner Trauer, beziehungsweise all deinen Gefühlen, ab. Wenn du ein unangenehmes Gefühl empfindest, dann ist der erste Impuls immer, dass du deinen Körper anspannen, das Gefühl unterdrücken und so tun möchtest, als wäre das Gefühl nicht da (Kratzen der Wunde). Aber das verschlimmert das Gefühl nur. Doch inwiefern?Lesetipp: Wieso intelligente Menschen oft emotional gestört sind

Konsequenzen der Unterdrückung

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Einer der größten Trugschlüsse, dem viele Menschen unterliegen, ist folgende Überzeugung: ”Wenn ich es hinkriege, meine Trauer zu unterdrücken und nicht mehr zu empfinden, dann habe ich dieses Gefühl überwunden und es ist für immer weg”.

Ich kann mir keinen anderen Trugschluss vorstellen, der ähnlich fatale Folgen hat, wie diese Überzeugung. Denn Fakt ist: Gefühle verschwinden nicht einfach durch das Unterdrücken. Nur weil du ein bestimmtes Gefühl unterdrückt und deiner Meinung nach ”abgetötet” hast, ist es noch lange nicht gelöst und überwunden. Vielmehr setzt sich das Gefühl in dir fest und verbleibt als ungelöste Spannung in deinem Körper, was katastrophale Folgen für dich haben kann.

Sobald ein Gefühl in dir entsteht, folgt es immer einem natürlichen Verlauf. Zunächst wird das Gefühl registriert und empfunden. Danach drückt sich das Gefühl in einem bestimmten körperlichen Impuls aus. Anschließend entlädt sich das Gefühl und wird durch ein neues Gefühl ersetzt. Das ist der normale Verlauf.

Doch wenn du diesen natürlichen Verlauf durch Unterdrückung oder Leugnen blockierst, so bleiben ungelöste Spannungen in deinem Körper, die dein Verhalten auch nach vielen Jahren noch negativ beeinflussen können.

Wenn du lernen möchtest, wie du deine Vergangenheit aufarbeiten, emotionale Abhängigkeiten überwinden und dich liebenswert fühlen kannst, empfehle ich dir meinen Ratgeber: ”Durch Mündigkeit zur Selbstliebe: Wie du emotionale Abhängigkeiten überwinden und dich liebenswert fühlen kannst”.

Ich bin traurig: Nicht nach der Traurigkeit handeln

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Die zweite Sache, die du vermeiden solltest, ist das Handeln nach der Traurigkeit. Ich habe bereits oben beschrieben, dass jedes Gefühl, einen Impuls zum Handeln beinhaltet. Doch manchmal kann es sehr ratsam sein, nicht nach einem Gefühl zu handeln. Und die Impulse der Traurigkeit stellen hierbei keine Ausnahme dar.

Ein Gefühl zu akzeptieren bedeutet noch lange nicht, dass du auch seinem Impuls nachgeben musst. Wenn ich beispielsweise wütend auf eine Person bin und den Impuls verspüre, diese Person physisch anzugreifen, muss ich das natürlich nicht in die Realität umsetzen.

Oder wenn ich Angst vor dem Gespräch mit meinem Chef habe und den Impuls verspüre, das Gespräch nicht zu führen, dann muss das nicht heißen, dass ich bei dem Gespräch nicht auftauche.

Ich kann die Angst wahrnehmen, den Impuls registrieren und mich anschließend dazu entscheiden, trotzdem das Gespräch zu führen. Wir sind unseren Gefühlen keinesfalls hilflos ausgeliefert.

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Und die Impulse der Traurigkeit können manchmal sehr gefährlich sein. Wenn du beispielsweise traurig bist und den Impuls verspürst, nie wieder das Haus zu verlassen und mit keinem Menschen mehr zu reden, dann wäre es sehr ratsam, diesem Impuls nicht nachzugeben.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Natürlich ist es vollkommen legitim, bei Traurigkeit alleine sein zu wollen. Doch was ich hier beschreibe, ist der Fall, bei dem du wochenlang das Haus nicht mehr verlässt und jeglichen Kontakt zu anderen vermeidest. Lesetipp: Gefühle wahrnehmen und nicht nach ihnen handeln

Ich bin traurig: Die Focusing-Technik

Nachdem ich über die Sachen geredet habe, die du vermeiden solltest, wenn du traurig bist, möchte ich dir zum Abschluss noch eine hilfreiche Technik vorstellen, um deine Traurigkeit besser zu verstehen: Die Focusing-Technik von Eugene T. Gendlin.

Ich beschäftige mich nun seit knapp 9 Jahren mit dem Selbstwertgefühl und habe bisher keine bessere Technik gefunden, um ehemals blockierte Gefühle zu verarbeiten und gegenwärtige Gefühle zu verstehen. Die Technik basiert auf der Prämisse, dass der Körper mehr weiß, als es unserem bewussten Verstand überhaupt zugänglich ist.

Wir können unsere Probleme analysieren, über unsere Gefühle diskutieren und alles intellektualisieren, doch das bringt in den meisten Fällen keine Besserung und Heilung mit sich.

Was ein wirkliches Heilungspotenzial hat, ist das Horchen auf den eigenen Körper bezüglich eines gegebenen Problems. Durch einen richtigen Umgang mit dem sogenannten ”Felt Sense”, also der körperlich wahrnehmbaren Bedeutung eines Problems, kann sich dieser verändern. Und wenn sich dieser verändert, dann verändert sich ebenso der Mensch selbst.

Ich benutze die Methode täglich und habe schon große Fortschritte in meiner Entwicklung erlebt. Doch natürlich würde es den Rahmen sprengen, in diesem Beitrag die detaillierte Vorgehensweise zu beschreiben. Hier habe ich für dich eine Anleitung aus dem Internet verlinkt: Focusing-Anleitung.

Ich bin traurig: Eine Frage zum Schluss

Als Letztes möchte ich dir noch eine Frage zum Nachdenken mitgeben: Was würde sich in deinem Leben ändern, wenn du deine Gefühle nicht mehr unterdrückst und den Impulsen deiner Gefühle nicht mehr blind folgst?

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