Ob du mit Provokation umgehen kannst, lässt sich mit 2 einfachen Fragen herausfinden. Lässt du dich leicht aus der Ruhe bringen? Drehst du jedes Mal am Rad, wenn jemand versucht dich zu provozieren?

Wenn du diese Fragen bejahen würdest, kannst du offensichtlich nicht mit Provokation umgehen. 

Jeder Mensch kennt Situationen, in denen er provoziert wird.

Doch genau der Umgang mit solchen Situationen bestimmt, ob du weiterhin provoziert wirst, oder ob die Provokationen abnehmen.

Ich möchte dir in diesem Beitrag erklären, wieso du dich provozieren lässt und wie du es lernen kannst, mit Provokation umzugehen – wie ein Profi!

Mit Provokation umgehen: Wieso provozieren Menschen?

Die Gründe, wieso Menschen provozieren, können sehr vielseitig sein. Allerdings kann man festhalten: fast immer spielt ein negatives Selbstwertgefühl eine Rolle.

Menschen die provozieren, versuchen ein Machtgefühl zu etablieren und sich mächtig zu fühlen.

(Selbstwertgefühl aufbauen: Mehr als diese 4 Fragen brauchst du nicht)

2 Beispiele:

Machtgefühl

Jemand provoziert dich, damit du ausfällig wirst und dich in Schwierigkeiten begibst. Das gibt ihm das Gefühl, dass er mächtig ist. Nach dem Motto: Ich habe die Macht einen Menschen in Schwierigkeiten zu bringen.

Bloßstellen

Jemand provoziert dich, damit du ausfällig wirst. Er möchte sehen, wie du dich vor anderen Menschen bloßstellst und lacht dann über dich. Er fühlt sich unsicher und hat das Bedürfnis dich herabzusetzen, um sich selbst besser zu fühlen.

Das ist der klassische Fall eines Mobbers.

Man kann also sagen, dass die Mehrheit der Menschen, die provozieren, persönlich schwach sind. Sie fühlen sich minderwertig und wissen nicht, wie sie sich diesen Gefühlen stellen sollen. Der einzige Ausweg erscheint ihnen darin, andere zu manipulieren und kontrollieren – durch Provokationen.

(Siehe: Vorgetäuschtes Selbstbewusstsein ganz einfach erkennen)

Zweifellos sind das Menschen, von denen man sich besser fernhält. Doch weil du es nicht immer vermeiden kannst, solchen Menschen aus dem Weg zu gehen (z.B auf der Arbeit), ist es notwendig, dass du mit Provokation umgehen lernst. Als eine Art Selbstverteidigung.

Wieso lässt du dich provozieren?

Manchmal ist es so, dass du die Aussagen anderer Menschen als Provokation auffasst, obwohl sie gar nicht böse gemeint waren.
Beispielsweise wirft jemand eine Aussage in den Raum, die in keinster Weise dich betrifft. Doch du interpretierst diese Aussage als Angriff oder Provokation.

Wieso ist das so?

Du erwartest Ablehnung

Dein negatives Selbstbild sagt dir, dass andere dich nicht mögen und ablehnen werden. Daher erwartest du überall Ablehnung von anderen Menschen. Unbewusst suchst du überall nach Anzeichen dafür, dass andere Menschen dich nicht mögen.

(Siehe: Wie das Gefühl nicht liebenswert zu sein entsteht)

Das führt dazu, dass du ganz normale Aussagen von anderen Menschen auf dich beziehst und dich von ihnen provoziert fühlst – obwohl das keineswegs der Fall ist.

Du beneidest eine Person

Die Präsenz einer bestimmten Person schüchtert dich ein. Du beneidest diese Person, weil sie selbstsicher ist und sich selbst behaupten kann. Diese Person traut sich seine eigene Meinung zu vertreten und Wünsche zu äußern – Eigenschaften, die du nicht besitzt.

Das führt zu Neid und unbewusst fühlst du dich von dieser Person bedroht, was dazu führt, dass du seine Aussagen als Provokation auffasst, obwohl sie in keinster Weise so gemeint waren.

Wie mit Provokation umgehen? (Provokation Umgang)

Mancher Leser könnte meinen Umgang mit Provokationen als falsch ansehen. Doch ich halte nichts von Ratschlägen wie:

  • wenn dich jemand provoziert, dann gehe zu deinem Vorgesetzten
  • wenn dich jemand provoziert, suche das Gespräch mit ihm
  • wenn dich jemand provoziert, geh ihm aus dem Weg

Das sind meiner Meinung nach Strategien, die nicht funktionieren und die Sache nur verschlimmern. Wenn es so ist, dass jemand dich provoziert, dann gilt es sich selbst zu verteidigen.

Schritt 1:  Handle nicht nach deinem Gefühl

Wenn dich jemand provoziert, dann wirst du Ärger oder Unsicherheit verspüren. Vielleicht bist du auch verletzt. Du würdest am liebsten ausflippen, oder ihm ins Gesicht schlagen. Doch das ist genau das, was er von dir will.

Wir Menschen haben die Fähigkeit, nicht nach unseren Gefühlen zu handeln. Du kannst dein Gefühl wahrnehmen und es empfinden, aber trotzdem nicht danach handeln. Und genau das musst du im ersten Schritt tun: handle nicht nach deinem Gefühl.

(Siehe: Gefühle wahrnehmen und nicht nach ihnen handeln)

Schritt 2: Rechtfertige oder verteidige dich nicht

Wenn du dich rechtfertigst, dann gibst du dem anderen indirekt recht. Wenn dich beispielsweise jemand versucht zu provozieren, indem er sagt:

”Hey deine Hose sieht ja cool aus, hast du sie aus dem Second-Hand Laden?”

Dann antwortest du nicht mit:
”Die Hose ist verschmutzt, weil ich vorhin den Müll rausgebracht habe”.

In dem Fall hättest du ihm nämlich recht gegeben.

(Siehe: Wieso die Sprüche der anderen dir so weh tun)

Schritt 3: Greife ihn an

Du hast also dein Gefühl wahrgenommen und nicht danach gehandelt. Du hast dich auch nicht gerechtfertigt. Als Nächstes greifst du ihn selbst an.

Wenn du direkt nach einer solchen Provokation selbst einen Angriff startest, wird sich diese Person 2 Mal überlegen, ob sie dich nochmal provoziert.

Dein Angriff sollte sich darauf konzentrieren, ihn anzugreifen und nicht dich zu verteidigen oder rechtzufertigen.

In Etwa: ”Deine Hose sieht gut aus, ist sie aus dem Second-Hand Laden?”

Du: ”Verglichen mit deinem Tshirt, sieht sie aus wie ein Meisterwerk.”

Wenn du diese Schritte eine Weile lang übst, wirst du bald mit Provokation umgehen können.

Kleine Frage zum Schluss: Was würde sich in deinem Leben ändern, wenn du mit Provokation umgehen könntest?

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4 Kommentare

  1. “Deine Hose sieht gut aus, ist sie aus dem Second-Hand Laden”
    Diesen Satz würde ich jetzt nicht unbedingt als Provokation auffassen.Leute kaufen sich z.B.bewusst second Hand Jeans ausm Laden,weil der verwaschene oder gebrauchte Optik ja erwünscht ist.
    Man kann den Satz natürlich auch falsch aufnehmen,aber meistens macht der Empfänger der Botschaft mehr daraus.
    Es gibt manchmal offensichtliche Fälle,nur gehört das Beispiel von oben nicht dazu.Gruß

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