Die Angst vor Kritik und Ablehnung ist weit verbreitet. Viele Menschen gehen in die Defensive, werden aggressiv oder versuchen sich zu rechtfertigen, wenn sie die Angst vor Kritik und Ablehnung verspüren.

Wenn du aber versteht, wie die Angst vor Kritik und Ablehnung entsteht, kannst du an ihren Wurzeln arbeiten.

Gesichter der Angst vor Kritik und Ablehnung

angst vor kritik und ablehnung

Die Angst vor Kritik und Ablehnung kommt in sehr verschiedenen Facetten zum Ausdruck. Hier einige Beispiele:

Manche Menschen leben schon so lange mit der Angst vor Kritik und Ablehnung, dass für sie ein Leben ohne diese Ängste nahezu unmöglich erscheint.

Das Gegenteil ist aber wahr. Wenn du die Wurzeln der Angst vor Kritik und Ablehnung verstehst, kannst du an ihnen arbeiten und dir ein Leben ohne diese Ängste ermöglichen.

Wurzeln der Angst vor Kritik und Ablehnung

Damit du verstehen kannst, was diese Angst zu bedeuteen hat und woher sie kommt, brauchst du ein paar Hintergrundinformationen. Wenn du das Problem nicht verstehst, kannst du es auch nicht lösen.

Das Selbstwertgefühl ist ein menschliches Bedürfnis

Das Selbstwertgefühl verkörpert ein starkes menschliches Bedürfnis. Jeder Mensch hat dieses Bedürfnis, ob er sich dessen bewusst ist oder nicht. Aber woher kommt dieses Bedürfnis?

Wir als Menschen besitzen als einzige Lebewesen ein spezielles Bewußtsein. Wir reflektieren, denken über die Welt und über uns selbst nach.  Aus dieser Fähigkeit resultiert folgendes Bedürfnis: wir wollen wissen, ob wir wertvoll sind. Wir wollen wissen, ob wir fähig sind zu leben, kurz: wir wollen wissen ob wir gut sind.

Diese Fragen stellen sich bei Tieren beispielsweise nicht, weil sie über die nur den Menschen innewohnende Fähigkeit des logischen Denkens nicht verfügen. Aber wir als Menschen stellen uns diese Fragen. Bewusst oder Unbewusst.

Zusammengefasst: Wir Menschen haben das Bedürfnis uns wertvoll und fähig zu fühlen.

Nun, da es sich um ein sehr starkes Bedürfnis handelt, versuchen wir natürlich dieses Bedürfnis zu befriedigen. Aber wie geht das? Was brauchen wir, um dieses Bedürfnis zu befriedigen? Wir brauchen nichts materielles, sondern Bewertungen, Gedanken und Meinungen.

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Das Problem bei der Angst vor Kritik und Ablehnung:
Die Abhängigkeit von anderen Menschen

Als Kinder haben wir natürlich noch nicht die Fähigkeit, eigene Meinungen zu formen, eigene Bewertungen abzugeben. Deswegen sind wir als Kinder im umfassendsten Sinne abhängig von unseren Eltern, die uns sagen, was gut und was schlecht ist. Was wir tun sollen und was nicht.

Die Hauptaufgabe der Eltern, besteht allerdings darin das Kind in die Unabhängigkeit zu begleiten. Das heißt folgendes: Das Kind soll selbständig denken, auf seine Gefühle achten, seine Bedürfnisse und Wünsche wahrnehmen, eigene Bewertungen abgeben. Kurz: Von der Abhängigkeit in die Unabhängigkeit gelangen. Von der Fremdbestimmung zur Eigenbestimmung.

Leider ist dieser ”Unabhängigkeitsprozess” mit vielen Schwierigkeiten verbunden und gelangt oft nicht zum Erfolg. Viele Faktoren können dazu führen, dass dieser Prozess gehemmt wird. Einige Beispiele sind: destruktive Erziehungsmethoden, Gewalt in der Kindheit, übermäßiges Loben des Kindes etc.

Das Ergebnis ist, dass das Kind in einer Abhängigkeit stecken bleibt, was uns zu einem sehr schlimmen Teufelskreis führt.

Was passiert mit dem Kind in der Abhängigkeit?

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Wir haben das starke menschliche Bedürfnis uns gut zu fühlen, uns wertvoll zu fühlen.

Wir können dieses Bedürfnis aber nicht selbst befriedigen, da wir uns nicht dahingehend entwickelt haben, dass wir selbständig denken, auf unsere Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche hören und selbst Bewertungen treffen. Das Bedürfnis ist aber dennoch da, abgesehen davon, ob wir es selbst befriedigen können? Was tun wir also dann? Wir wollen von den anderen Menschen, dass sie dieses Bedürfnis für uns befriedigen. Was heißt das?

Wir versuchen den anderen Menschen zu gefallen, sie zufriedenstellen und Kritik von ihnen um jeden Preis zu vermeiden. Wir richten unser ganzes Leben darauf hinaus, positives Feedback von den anderen zu bekommen, ein ”Bravo” zu bekommen, ein ”gut gemacht” zu bekommen. Wir beschweren uns nicht, um Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Wir sprechen unsere Gefühle, Gedanken, Bedürfnisse und Wünsche nicht aus um keine Kritik zu provozieren. Das ist die Wurzel der Angst vor Kritik und Ablehnung!

Wir haben so große Angst davor, dass wir Kritik bekommen, weil das gleichbedeutend ist mit ”ich bin wertlos, ich bin nicht fähig zu leben”.

Angst wartet dann immer im Unbewussten, selbst wenn wir es hinkriegen, ein positives Feedback der anderen zu kriegen. Was ist die Belohnung, wenn wir ein positives Feedback kriegen? Eine temporäre Minderung der Angst und ein temporäres Gefühl, dass ich wertvoll bin. Wir haben aber keine innere Sicherheit. Das Gefühl basiert auf die anderen und kann genau so schnell wieder verschwinden, wenn der andere seine Meinung ändert. Angst wartet immer im Unbewussten.

Angesichts der Tatsache dass wir andere Menschen und ihre Gedanken und Aussagen nicht kontrollieren können, ist das ein sehr schlimmer Zustand. Er zerstört unser Leben langsam aber sicher und sorgt dafür dass wir von Enttäuschung zur Enttäuschung laufen.

Unsere Aufgabe: Unabhängigkeit erreichen

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Die Angst ist wohlgemerkt nicht das Problem und sogar teils verständlich.`Das Problem ist das System das wir unbewusst aufgebaut haben, die diese Angst hervorruft.

Unsere Aufgabe besteht also darin Unabhängigkeit zu erreichen.

Wenn wir unabhängig sind, haben wir keine Angst vor Kritik, denn wir haben die Sicherheit in uns. Also handeln wir in unserem Interesse, unseren Gedanken und Wünschen entsprechend und nicht darauf abgezielt, dass uns die anderen Menschen ein gutes Feedback geben.

Keiner kann für uns denken und fühlen, genau so wie keiner für uns atmen kann.

Wir müssen es lernen selbst zu denken, auf unsere Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse achten. Wir müssen die Quelle unserer Anerkennung von den anderen zu uns selbst transferieren. Wir müssen die Macht und die Autorität von den anderen zu uns selbst transferieren.

Eine Frage zum Schluss: Was würde sich in deinem Leben ändern, wenn du keine Angst vor Kritik und Ablehnung hättest?

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