Ausgenutzt werden, fühle mich ausgenutzt, ich bin zu nett

Wenn du diese 3 Dinge tust, wirst du immer ausgenutzt werden

Ausgenutzt werden kann sehr lähmend sein. Du tust etwas, wovon du tief im Inneren weißt, dass du es nicht willst. Daraufhin ärgerst du dich über dein eigenes Verhalten und wunderst dich, wieso du dich nicht getraut hast, nein zu sagen. ”Ich bin zu nett”, schwirrt dir im Kopf herum.

Es ist fast schon ein Gefühl von Hilflosigkeit. Ein Gefühl, dass du dir deiner eigenen Bedürfnisse nicht gerecht werden kannst, da dich eine unausgesprochene Angst dazu verleitet, gegen sie zu handeln. Und demzufolge nagt es natürlich sehr an deiner Selbstachtung und deinem Selbstwertgefühl.

Doch woran liegt es, dass du dich ausnutzen lässt, während andere Menschen gesunde Grenzen setzen können? Wieso fällt es dir so schwer, nein zu sagen, obwohl deinen Interessen damit besser gedient wäre? Und welche 3 Dinge tust du selbst, die dazu führen, dass du ausgenutzt wirst? Diese Fragen bewegen mich in diesem Beitrag.

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Ausgenutzt werden – die Lösung liegt auf der Hand, oder?

Ausgenutzt werden, fühle mich ausgenutzt, ich bin zu nett

Wenn wir über das Thema ”ausgenutzt werden” sprechen, dann könntest du der Vorstellung verfallen, dass die Lösung doch auf der Hand liegt. Im Grunde genommen ist es klar, was du tun musst, um nicht mehr ausgenutzt zu werden: du musst das nächste Mal einfach nein sagen, wenn jemand etwas von dir will und somit wären all deine Probleme binnen Sekunden gelöst und ich könnte den Beitrag an dieser Stelle beenden. Doch die Wahrheit sieht anders aus.

Daher war ich auch etwas verwundert, als ich andere Blogbeiträge zu diesem Thema gelesen habe. Denn genau das war der einzige Ratschlag, der dort gegeben wurde. Und ehrlich gesagt halte ich das für den dümmsten Ratschlag, den man einem Menschen geben kann, der ausgenutzt wird.

Wieso? Weil es dasselbe ist, als wenn ich jemandem sagen würde: ”Habe Selbstvertrauen”. Ich kann nicht auf Knopfdruck Selbstvertrauen haben und all meine Ängste und Unsicherheiten von einem Moment auf den anderen ablegen. Genauso wenig kann ich auf Knopfdruck nein sagen und all meine damit verbundenen Ängste sofort ablegen. Das funktioniert nicht. Hinter dem Selbstvertrauen steckt eine Leistung, genauso wie hinter dem nein sagen auch eine Leistung steckt.

Was ich damit sagen will: Wir alle wissen, dass wir nein sagen müssen, um nicht mehr ausgenutzt zu werden. Doch diese Information hilft uns nicht weiter. Viel hilfreicher ist es die Gründe zu erforschen, wieso wir nur so schwer nein sagen können. Welche Ängste sind die Ursachen dafür? Und welche 3 Dinge tust du, die dazu führen, dass du nicht nein sagen kannst und folglich ausgenutzt wirst? Zu dem Thema ”nein sagen” habe ich einen ausführlicheren Artikel geschrieben, den du hier findest: Nein sagen: wieso Angst davor?

1. Du stellst die Reaktionen der anderen über deine eigenen Bedürfnisse

Ausgenutzt werden, fühle mich ausgenutzt, ich bin zu nett

Klar ist, dass wir alle gemocht werden wollen. Wir alle möchten von unseren Mitmenschen akzeptiert und anerkannt werden. Daran besteht überhaupt kein Zweifel. Und daher halte ich auch ziemlich wenig von altbekannten Ratschlägen, wie: ”Dir muss es egal sein, was andere von dir denken”. Das ist schlicht und einfach nicht möglich (es sei denn es handelt sich um einen Soziopathen). Niemand kann von dem Feedback unberührt bleiben, das er von seiner Umgebung erfährt.

Doch die entscheidende Frage dabei ist: welchen Stellenwert hat dieser Wunsch nach Anerkennung und Liebe bei dir? Ist es dir wichtiger von anderen gemocht zu werden, als deine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen? Ist es dir wichtiger von anderen akzeptiert zu werden, als deine eigene Meinung auszudrücken? Wenn du diese Fragen bejahen kannst, dann hast du die Hauptursache dafür gefunden, wieso du nicht nein sagen kannst.

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Denn solange du den Stellenwert deines Wunsches nach Anerkennung und Liebe nicht hinterfragst und ihn auf deiner Prioritätenskala weiter heruntersetzt, wird es dir immer schwerfallen, nein zu sagen. Wieso? Weil es ein Teufelskreis ist. Je weniger du nein sagen kannst, desto wichtiger werden die Reaktionen der anderen für dich werden. Und je wichtiger die Reaktionen der anderen für dich sind, desto schwerer wirst du nein sagen können. Lesetipp: Die 3 besten Methoden, um mit Ablehnung umzugehen

2. Du lässt zu, dass andere sich an deine Hilfe gewöhnen

Ausgenutzt werden, fühle mich ausgenutzt, ich bin zu nett

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Wir können uns sehr gut an äußere Umstände anpassen und uns an sie gewöhnen, damit wir die Herausforderungen des Lebens meistern. Und obwohl diese Fähigkeit oft sehr nützlich und überlebensnotwendig ist, birgt sie gleichzeitig auch einige Gefahren. Eine davon ist die Gefahr, dass wir uns an externe Hilfe gewöhnen.

Möglicherweise hast du das bereits in deinem eigenen Leben erlebt, als du einem anderen Menschen geholfen hast. Das erste Mal, als du ihm deine Hilfe angeboten hast, war er sicherlich noch sehr begeistert und dankbar. Das zweite Mal allerdings klang die Begeisterung bereits etwas ab und du hast nur noch ein simples ”Dankeschön” bekommen. Und das dritte Mal hatte er schon eine gewisse Erwartungshaltung nach deiner Hilfe. Wieso?

Weil er sich an deine Hilfe gewöhnt hat und sie für selbstverständlich hält.
Und genau das ist der Punkt, auf den du achten solltest. Du darfst es nicht zulassen, dass andere Menschen deine Hilfe für selbstverständlich halten und sich an sie gewöhnen. Andernfalls wird es immer schwieriger werden, diese Hilfe zu verweigern.

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3. Du bittest nie selbst um Hilfe

Ausgenutzt werden, fühle mich ausgenutzt, ich bin zu nett

Ein typisches Merkmal von Menschen, die oft ausgenutzt werden, ist, dass sie nie selbst andere um Hilfe bitten. Sie finden sich immer wieder in der Lage, wo sie anderen Menschen aushelfen, aber niemals selbst etwas im Gegenzug bekommen.

Und genau diesen Punkt kannst du dir zum Vorteil machen, um aus dem Teufelskreis auszubrechen. Wenn du andere Menschen ebenfalls um Hilfe bittest, dann stellst du die gewohnten Rollen um, was sehr hilfreich sein kann. Und es gibt dabei zwei Ausgänge, die beides mal zu deinen Gunsten ausfallen.

Der erste Ausgang ist, dass die anderen Menschen deiner Bitte um Hilfe nachkommen. Dann hast du zunächst einmal Hilfe erhalten und zum anderen haben die anderen gemerkt, dass deine Hilfe ”nicht umsonst” war und du ebenfalls eine Gegenleistung erwartest. Demzufolge werden sie dich in Zukunft viel seltener um Hilfe bitten, weil sie wissen, dass sie eine Gegenleistung zu erbringen haben.

Der zweite Ausgang ist, dass die anderen Menschen dir die Hilfe verweigern. Doch auch dieser Ausgang fällt zu deinen Gunsten aus. Denn jetzt hast du einen ”Grund”, um den anderen ebenfalls die Hilfe zu verweigern, wenn sie dich das nächste Mal um etwas bitten. Nach dem Motto: ”Du hast mir das letzte Mal auch nicht geholfen”.
Lesetipp: Freunde aussortieren – deine Verantwortung

Ausgenutzt werden: Fazit und Frage

Niemand kann ohne seine Zustimmung ausgenutzt werden. Daher ergibt es keinen Sinn für dich, die Ursache für deinen Zustand bei externen Umständen oder Personen zu suchen. Vielmehr musst du damit anfangen dein Verhalten zu ändern und deine Prioritäten zu überdenken. Nur wenn du den Mut aufbringst, deinen Bedürfnissen, Wünschen, Gedanken und Gefühlen einen höheren Stellenwert beizumessen, hast du die Chance, langfristig dem Teufelskreis zu entkommen.

Ich fühle mich ausgenutzt” – eine Frage noch zum Schluss: Was würde sich in deinem Leben ändern, wenn du dich für deine Bedürfnisse, statt die Reaktionen der anderen, entscheiden würdest?

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